Stich entsetzt über heftige Elternschelte von Christian Baldauf

Veröffentlicht am 04.06.2020 in Landespolitik

„Schlag ins Gesicht für alle Eltern, die sich in der Corona-Krise ein Bein ausreißen“

In einem Interview mit der Rhein-Zeitung hat der CDU-Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Rheinland-Pfalz, Christian Baldauf, Eltern pauschal vorgeworfen, sie würden ihre Kinder „wegorganisieren“. Eltern müssten Baldauf zufolge ihrer Verantwortung gerecht werden und sich mehr Zeit für ihre Kinder nehmen, denn diese seien „keine Objekte“.

„Ich bin entsetzt über die heftige Elternschelte von Christian Baldauf“, so SPD-Generalsekretär Daniel Stich. „Die Vorwürfe von Herrn Baldauf sind ein Schlag ins Gesicht aller Eltern, die sich in der Corona-Krise ein Bein ausreißen, um Home-Office, Home-Schooling und Kinderbetreuung unter einen Hut zu bringen. Sie haben es definitiv nicht verdient, sich von der CDU Verantwortungslosigkeit vorwerfen zu lassen.“ Die Aussagen Baldaufs zeigten, dass dieser Politik aus dem Elfenbeinturm für Gutverdiener mache, so Stich weiter. „Den Luxus, auf Betreuungsangebote einfach mal verzichten zu können, um mehr Zeit mit den Kindern zu verbringen, muss man sich leisten können. Viele können das nicht. Ich rate Herrn Baldauf, sich mal mit ganz normalen Menschen in ganz normalen Jobs zu unterhalten. Wer ackern geht, um seine Familie zu versorgen, kann sich nicht einfach mehr Freizeit mit den Kindern nehmen, nur weil der CDU-Spitzenkandidat das für richtig hält.“

Stich: Baldauf läuft reaktionärem Familienbild hinterher

Generell atmeten Baldaufs Aussagen zur Bildungspolitik den Geist der Vergangenheit, meint Stich. „Die SPD hat Rheinland-Pfalz zu einem fortschrittlichen Bildungsland gemacht. Wir haben bundesweit die kleinsten Grundschulklassen und die soziale Durchlässigkeit ist in unserem Bildungssystem höher als in allen anderen Bundesländern. Dafür haben wir mit Maßnahmen wie der Gebührenfreiheit und den Ganztagsschulen gesorgt.“ Die CDU stehe unter Herrn Baldauf hingegen für angestaubte Sprüche und ein Zurück zum Vorgestern. „Herr Baldauf läuft einem reaktionären Familienbild hinterher. Man spürt deutlich seine Begeisterung für die Bildungspolitik Bernhard Vogels aus den 70ern, die er auf seinem Nominierungsparteitag zum Ausdruck gebracht hat. Das ist völlig aus der Zeit gefallen.“

Es sei überdies unglaubwürdig, wenn Baldauf jetzt vorgebe, seine Partei kümmere sich besonders um Kinder und Jugendliche, so Stich abschließend. „Seit Jahren versuchen wir, jungen Menschen durch das Wahlrecht ab 16 eine stärkere Stimme in Rheinland-Pfalz zu geben – gescheitert ist dies bislang immer am Widerstand von Herrn Baldaufs CDU-Fraktion.“ Auch stünden Kinderrechte in Rheinland-Pfalz bereits seit langem in der Verfassung und die Landesregierung setze sich auch auf Bundesebene dafür ein, sie im Grundgesetz zu verankern.

 
 

Homepage Marc Ruland, MdL

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